Für Veranstalter

Das Leben der Schausteller: unterwegs von Platz zu Platz

Stand: 07.11.2026

Schausteller sind Familienbetriebe, die mit ihren Fahrgeschäften und Buden von Fest zu Fest ziehen. Viele leben während der Saison im Wohnwagen und führen den Betrieb über Generationen weiter.

Ein Jahr auf Reisen

Die Saison beginnt im Frühjahr und endet mit den Weihnachtsmärkten. Dazwischen liegen oft mehr als zwanzig Plätze. Zwischen zwei Festen bleiben manchmal nur ein, zwei Tage für Abbau, Transport und Aufbau.

PhaseWas ansteht
WinterWartung, Prüfungen, Bewerbungen für Plätze
Frühjahrerste Feste, Aufbau nach der Pause
SommerHochsaison, oft jedes Wochenende ein anderer Ort
HerbstHerbst- und Kirchweihfeste
AdventWeihnachtsmärkte

Bewerben um den Platz

Städte vergeben die Standplätze meist über Bewerbungen. Gefragt sind Attraktivität, Sicherheit, Erscheinungsbild und manchmal die Treue zum Fest. Gerade bei großen Kirmessen ist die Konkurrenz um gute Plätze groß.

Familie und Schule

Kinder von Schaustellern wachsen zwischen Karussell und Wohnwagen auf. Für die Schule gibt es in einigen Ländern besondere Lösungen, etwa Stammschulen mit Lernmaterial für die Reisezeit.

Wirtschaftlich unter Druck

Steigende Kosten für Energie, Transport und Personal treffen die Betriebe. Dazu kommt das Wetter: Ein verregnetes Wochenende in der Hochsaison lässt sich kaum ausgleichen. Neue Fahrgeschäfte kosten viel Geld und müssen sich über Jahre rechnen.

Verbände

Schausteller sind in Bundes- und Landesverbänden organisiert. Diese vertreten die Betriebe gegenüber Politik und Städten und setzen sich für den Erhalt der Volksfeste ein.

Ein Tag auf dem Festplatz

Der Tag eines Schaustellers beginnt lange vor der Öffnung. Das Fahrgeschäft wird geprüft, gereinigt und getestet, Waren werden eingekauft, Kassen vorbereitet. Während der Öffnung sind alle im Einsatz, oft bis spät in die Nacht. Danach wird abgerechnet und aufgeräumt.

ZeitAufgabe
VormittagKontrolle, Reinigung, Einkauf, Büro
MittagProbelauf, Vorbereitung der Buden
Nachmittag bis NachtBetrieb, Kasse, Fahrbetrieb
Nach SchlussAbrechnung, Sichern, Abdecken

Auf- und Abbau

Zwischen zwei Festen liegt der aufwendigste Teil: der Abbau in der Nacht nach dem letzten Tag, der Transport mit Lastwagen und Sattelzügen und der Aufbau am neuen Ort. Große Fahrgeschäfte brauchen dafür mehrere Tage, ein Kinderkarussell deutlich weniger. Danach steht wieder die Abnahme an.

Gemeinschaft auf dem Platz

Viele Schaustellerfamilien kennen sich seit Generationen, man trifft sich jedes Jahr auf denselben Festen. Es wird untereinander geheiratet, geholfen und Personal geteilt. Eine eigene Seelsorge, die Circus- und Schaustellerseelsorge der Kirchen, begleitet die Familien auf den Plätzen.

Wie du Schausteller unterstützen kannst

  • Lokale Feste besuchen, auch die kleinen Dorfkirmessen
  • Bei schlechtem Wetter trotzdem eine Runde drehen
  • Freundlich zum Personal sein, die Arbeitstage sind lang
  • Feste weiterempfehlen und Termine teilen

Zukunft des Berufs

Nachwuchs, Kosten und Platzvergabe sind die großen Themen. Gleichzeitig zeigen volle Plätze im Sommer, dass die Kirmes für viele Menschen ein fester Teil des Jahres bleibt.

Arbeiten bei Schaustellern

Viele Betriebe suchen in der Saison Aushilfen für Kasse, Imbiss oder Fahrbetrieb. Die Arbeit ist körperlich, die Tage sind lang, dafür lernt man viele Orte kennen. Wer Interesse hat, spricht Schausteller oft direkt auf dem Platz an oder schaut bei den Verbänden nach Angeboten.

Wer mehr über die Geschichte der Schausteller erfahren will, findet in einigen Städten Ausstellungen und Museen zu Jahrmarkt und Karussellbau. Dort sieht man historische Fahrgeschäfte, Orgeln und Wagen aus der Zeit, als die Kirmes noch mit Pferden von Ort zu Ort zog.

Häufige Fragen

Wo leben Schausteller im Winter?

Meist im festen Winterquartier, oft mit Halle für die Fahrgeschäfte.

Wie werden Plätze vergeben?

In der Regel über Bewerbungen bei der Stadt oder dem Veranstalter.

Ist Schausteller ein Ausbildungsberuf?

Einen klassischen Ausbildungsberuf gibt es nicht, das Wissen wird meist in der Familie weitergegeben.